
Was bedeutet Feingehalt?
Der Feingehalt gibt an, wie groß der Anteil eines Edelmetalls in einem
metallischen Werkstoff bzw. einer Legierung ist.
Bei Schmuck wird dieser Anteil häufig in Tausendteilen angegeben.
Ein Schmuckstück aus 750er Gold enthält beispielsweise 750 Teile Gold auf
insgesamt 1.000 Teile der Legierung.
Das entspricht:
750 / 1,000 = 75 % Gold
Der Rest besteht zu 25 % aus Legierungen anderer Bestandteile.
Was bedeuten 333, 585, 750 oder 925?
Diese Zahlen begegnen uns auf Schmuck besonders häufig.
Sie geben den Feingehalt in Tausendteilen an.
Einige typische Beispiele:
333 Gold → 33,3 % Gold
375 Gold → 37,5 % Gold
585 Gold → 58,5 % Gold
750 Gold → 75 % Gold
925 Silber → 92,5 % Silber
950 Platin → 95 % Platin
Die Zahl allein sollte jedoch immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen
Edelmetall sein betrachtet werden.
925 bedeutet auch nicht automatisch „besser“ als 750 – denn hier können
völlig unterschiedliche Edelmetalle gemeint sein.
Was bedeutet Karat bei Gold?
Neben der Angabe in Tausendteilen gibt es bei Gold noch ein zweites bekanntes System:
Karat – abgekürzt kt oder K.
Dabei wird der Goldanteil nicht in 1.000, sondern in 24 Teilen aufgeteilt.
Theoretisch entsprechen:
24 von 24 Teilen = 24 Karat
und damit nahezu reinem Gold.
Je weniger dieser 24 Teile aus Gold bestehen, desto niedriger ist die Karatzahl.
Karat und Feingehalt im Vergleich
24 Karat - ca. 999 - ca. 99,9 %
22 Karat - ca. 916 - ca. 91,6 %
18 Karat - 750 - 75 %
14 Karat - 585 - 58,5 %
9 Karat - 375 - 37,5 %
So kann ein und dieselbe Goldlegierung auf unterschiedliche Weise beschrieben werden.
585er Gold entspricht etwa 14 Karat.
Warum wird Gold nicht immer mit 24 Karat verwendet?
24-karätiges Gold besitzt einen sehr hohen Goldanteil, ist aber gleichzeitig vergleichsweise weich .
Für viele Schmuckstücke werden deshalb Goldlegierungen verwendet.
Dabei wird Gold mit anderen Metallen kombiniert, um beispielsweise Härte, Farbe und Verarbeitungseigenschaften zu verändern.
Deshalb bedeutet ein geringerer Goldgehalt nicht automatisch,
dass ein Schmuckstück „schlecht“ ist.
Eine Legierung kann für den täglichen Gebrauch sogar geeignete Vorteile besitzen.
Bedeutet mehr Karat automatisch bessere Qualität?
Nicht automatisch.
Eine höhere Karatzahl bedeutet zunächst:
- mehr Gold in der Legierung.
18-karätiges Gold enthält auch mehr Gold als 14-karätiges Gold.
Dadurch besitzt es in der Regel auch einen höheren reinen Goldwert –
vorausgesetzt, Gewicht und andere Faktoren sind vergleichbar.
Aber mehr Gold bedeutet nicht automatisch bessere Alltagseigenschaften .
Härte, Kratzempfindlichkeit, Farbe und Widerstandsfähigkeit hängen von der gesamten Legierung ab.
Was ist der Unterschied zwischen Karat bei Gold und Karat bei Edelsteinen?
Jetzt wird es ein bisschen allgemein.
Denn das Wort Karat wird im Schmuckbereich für zwei unterschiedliche Dinge verwendet.
Karat bei Gold
Beschreibt traditionell den Goldgehalt einer Legierung .
Beispiel:
18 Karat Gold = 75 % Gold
Karat bei Edelsteinen
Beschreibt dagegen das Gewicht eines Edelsteins .
Dabei gilt:
1 Karat = 0,2 Gramm
Ein Diamant mit 1 Karat wiegt auch 0,2 Gramm.
Das Karat eines Edelsteins sagt deshalb nichts über den Goldgehalt eines Schmuckstücks aus.
Bedeutet ein höheres Karatgewicht einen größeren Edelstein?
Nicht zwingend.
Ein höheres Karatgewicht bedeutet zunächst nur, dass der Stein mehr wiegt .
Wie groß er sichtbar erscheint, hängt unter anderem von seiner Dichte,
seinen Proportionen und seinem Schliff ab.
Zwei unterschiedliche Edelsteine mit jeweils einem Karat können daher
unterschiedliche sichtbare Größen besitzen.
Feingehalt oder Punze – ist das dasselbe?
Nicht ganz.
Der Feingehalt beschreibt den tatsächlichen Anteil eines Edelmetalls in einer Legierung.
Eine Punze bzw. Ein Stempel ist dagegen eine Kennzeichnung am Schmuckstück, die beispielsweise diesen Feingehalt angeben kann.
Beispiel:
Feingehalt: 58,5 % Goldkennzeichnung: 585
Der Stempel ist auch die sichtbare Angabe – der Feingehalt beschreibt die Materialzusammensetzung.
Bedeutet 585 immer Gelbgold?
Nein.
Die Zahl 585 gibt nur den Goldanteil an.
585er Gold kann beispielsweise als Gelbgold, Roségold oder auch Weißgold vorkommen
.
Welche Farbe entsteht, hängt von den weiteren Bestandteilen der Legierung ab.
Ein Feingehaltsstempel verrät daher nicht automatisch die genaue
Zusammensetzung oder Farbe der Legierung .
Kann man den Wert eines Schmuckstücks am Feingehalt erkennen?
Nur teilweise.
Ein höherer Edelmetallgehalt beeinflusst natürlich den Materialwert.
Für den tatsächlichen Wert eines Schmuckstücks spielen jedoch noch weitere Faktoren eine Rolle, beispielsweise:
- Gewicht
- aktueller Edelmetallpreis
- verwendete Edelsteine
- Verarbeitung
- Hersteller oder Marke
- Alter und Seltenheit
- Design und Zustand
Eine Punze allein verrät deshalb nicht, was ein Schmuckstück tatsächlich wert ist.
Wusstest du schon?
Die Bezeichnung Karat hat beim Gold eine lange Geschichte.
Das 24er-System ermöglicht eine einfache Aufteilung:
18 ÷ 24 = 0,75
Deshalb sind 18 Karat = 75 % Gold = 750er Gold.
Und:
14 ÷ 24 ≈ 0,583
Die traditionelle 14-Karat-Legierung liegt damit ungefähr im Bereich unseres bekannten 585er Goldes .
Kleiner Materiallabor-Faktencheck
Karat ist nicht gleich Karat.
Bei Gold handelt es sich um Karat den Goldgehalt einer Legierung.
Bei Edelsteinen handelt es sich um Karat eine Gewichtseinheit.
1 Karat Edelsteingewicht = 0,2 Gramm.
750 ist nicht automatisch „besser“ als 585
750er Gold enthält mehr Gold als 585er Gold und besitzt dadurch einen höheren Goldanteil. Ob eine Legierung für ein bestimmtes Schmuckstück besser geeignet ist, hängt jedoch auch von Härte, Zusammensetzung, Verarbeitung und Einsatzzweck ab.